wip – work in process

Migrantische Selbstorganisationen und Arbeit

Unsere EP reflektiert “Arbeit” und “Arbeitsmarkt” nicht nur als eine existenzsichernde Grundlage, sondern auch als ein Feld politischer Ökonomie. In diesem funktionieren rassistische Diskriminierungen, die über Ausbeutungs- und Ausschlussvehältnisse re/produziert werden. Um jenen Dynamiken zu begegnen hat sich wip vornehmlich aus migrantischen Selbstorganisationen (SOM) konstituiert, denn so – und weniger durch wohlmeinende Stellvertretung – kommen MigrantInnen selbst zu Worten und Taten.

SOMs sind eine der Formen soziopolitischer Netzwerke von MigrantInnen. Sie definieren sich als Zusammenschluss von Individuen, die eigene, bestimmte und gemeinsame Motivationen, Interessen und Ziele suchen und finden, haben und entwickeln.

MigrantInnen gelangen so zu kollektiv selbstbestimmten und selbstermächtigenden Verortungen. Diese Räume leben von der Verschiedenheit und Gleichheit der Teilnehmenden, was als Stärkung durch Differenzierung zu sehen ist. Denn Entscheidungsfindungen und Arbeitsprozesse geschehen nicht durch Uniformierung, sondern durch Mitbestimmung einer jeden Person.

Die gegenseitige Anerkennung stellt gleichzeitig die Basis für Artikulation und Re/Präsentation in der Öffentlichkeit dar. Dieses Prinzip zur Bekämpfung von Rassismen am Arbeitsmarkt entgeht Mehrheitsdiktionen durch die Selbsterkennung und Selbstbestimmung von Bedarfen und von Umsetzungen in die Arbeitsfelder Bildung, Beratung, Ökonomie und Kultur.

Die Gestaltung sozialer, wirtschaftlicher und bildungspolitischer Strukturen, Inhalte und Kompetenzen soll in und über die EP wip durch die Auf- und Erschließung folgender Bereiche initiert werden:

  • Entwicklung gemeinsamer Strategien zum Abbau von Diskriminierungen
  • Verbesserung der Zugänge zum Arbeitsmarkt
  • Förderung und Allianzenbildung von SOMs in Österreich
  • Vernetzung zwischen diesen und Organisationen der Mehrheitsgesellschaft
  • Ermöglichung von Selbstdarstellungen im öffentlichen Raum und im beruflichen Umfeld
  • Wege zur Gestaltung von nichtdiskriminierenden Gesellschaftsformen in Europa durch transnationale Weitergabe der Erfahrungen durch SOMs
  • Austausch von politischen Praxen, Wissens- und Bewußtseinsbildung.

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